Seit über 160 Jahren Gastwirte zu Pörnbach in der Hallertau …

Die Bogenrieders erwarben am 09. September 1842 das „Metzger Gütl“, Haus Nr. 11 in Pörnbach (heute Ingolstädter Str. 15), das in der Gräflich Toerringschen Hofmark genau 1/16 Hoffuß maß. Der Wert dieses Besitzstandes einschließlich der „Metzgergerechts-name“ betrug damals 3.500 Gulden. Der alte Hausname „Beim Metzger“ besagt, dass sich der jeweilige Besitzer durch Hausschlachtungen „verdingte“. Florian Bogenrieder hatte es von Joseph Rusch gegen sein Metzger Gütl in Hohenwart getauscht, das er erst zwei Jahre zuvor gekauft hatte. Der gebürtige Breitenwieser (bei Vierkirchen, Landkreis Dachau) war bis ins hohe Alter schlagfertig und humorvoll und verheiratete sich viermal. Er betrieb zwischen 1850 und 1860 einen regen Viehhandel nach München und manch lustige Anekdote wird von ihm berichtet.

So ließ er am Marienplatz zur Wachablösung Sauen mitten durch die Zuschauer laufen, um sie mit seinen Metzgerhunden wieder einzufangen und so Käufer für seine in Pörnbach unverkäuflichen Vierbeiner umgehend zu finden. Zur besonderen Erheiterung der Münchner war ein Schwein dem Tambour durch die Beine gerannt und zerriss ihm die Uniformhose so stark, dass er halbnackt dastand. Als ein andermal Bogenrieders Knecht wegen Missachtens des Rauchverbots vor dem Münchner Heumagazin ins Schilderhaus geworfen wurde, verkleidete sich Florian Bogenrieder als Hausknecht, drang ins Schilderhaus ein, verprügelte den Posten und befreite seinen Fuhrmann. Der Soldat wurde daraufhin sofort abgelöst, die beiden Pörnbacher entkamen unerkannt.

Zur Gastwirtschaft war es indes noch ein weiter Weg. Aber auch hier stand die spontane Entschlossenheit Florian Bogenrieders Pate. Ein in Untermiete lebender Schneider hatte ihm Würste zum Räuchern gegeben. Aber sie misslangen wegen eines Fehlers am neugesetzten Ofen. Das zog die Spötter an, allen voran den „Fendtwirt“ (Bogenrieder sollte ihn einige Jahre später dann sogar aufkaufen).

Aus Wut entschloss sich Florian Bogenrieder, eigene Schankrechte zu beantragen. Das war seinerzeit nicht leicht. Pörnbach zählte nur 500 Seelen und es gab schon zwei Gastwirtschaften – den „Fendtwirt“ und die „Post“, die frühere „Tafern“, im Volksmund eine Geldschmiede genannt. Als Begründung seines Schankwirtschaftsgesuches führte Florian an, dass die Lokalität weit entfernt von Kirche und Schule liege und dass er Metzgermeister und Koch sei. Mit Beschluss des Bezirksamtes vom 12.12.1873 wurde die Konzession erteilt.

Ein Jahr später, am 22.10.1874, holte er sich auch die Genehmigung für eine Gastwirtschaft, die im Vergleich zu einer Schankwirtschaft kalte und warme Speisen verabreichen und Gäste beherbergen durfte. Florian war inzwischen 61 Jahre. Als er 1884 starb, übernahm seine Frau Veronica, geb. Kutze, die Gaststätte, die dann 1897 auf Sohn Ignaz überging, eines der 13 gemeinsamen Kinder. Ignaz schenkte damals bereits 100 hl Bier aus und beherbergte bis zu 250 Gäste im Jahr. Er heiratete Anna, geborene Schrott aus Waal, und hatte sechs Kinder.

Als die beiden Wirtsleute 1926 im gleichen Jahr starben, übernahm Johann Bogenrieder das Anwesen. Er heiratete 1931 die Brauerei- und Gastwirtstochter Elisabeth Baumeister aus Haunsbach bei Mainburg. Von den vier Kindern führte von 1967 bis 2002 Florian Bogenrieder die Gastwirtschaft mit seiner Ehefrau Maria Theresia, eine geborene Hartung aus Gambach. Mit fünf Söhnen war auch hier die Nachfolge gesichert. Martin Bogenrieder und Ehefrau Ingeborg, geborene Dachauer aus Stöttwang im Ostallgäu, leiten heute in der 5. Generation den Gasthof mit Hotel und Schnapsbrennerei. Die Metzgerei gehört auch heute noch zur Familie und liefert wie vor 160 Jahren täglich frische Wurst- und Fleischwaren.

Die teils ungestümen Ursprünge wichen einer langen Wirtetradition, wie sie in Bayern nur noch wenige Gasthöfe aufweisen können. Hierfür und für die Pflege bayerischer Wirtshauskultur durfte die Familie Bogenrieder bereits mehrfache Auszeichnungen vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten entgegen nehmen. Fühlen Sie sich im Bayern der Bogenrieders zuhause.